Lysbüchel: Das Gewerbe braucht Ihre Unterstützung!

08.06.2018

Die Fehlplanung Lysbüchel würde zu einer massiven Verdrängung des Gewerbes ins Umland führen. Über ein solch wichtige Frage muss die Bevölkerung entscheiden. Deshalb hat der Gewerbeverband Basel-Stadt das Referendum ergriffen. Lesen Sie dazu den Kommentar von Gewerbedirektor Gabriel Barell.

«Das Wichtigste vorneweg: Unterschreiben Sie noch heute das Referendum gegen die Fehlplanung Lysbüchel. Und wenn Sie nicht in Basel-Stadt wohnhaft sind, dann motivieren Sie Ihre basel-städtischen Bekannte, Mitarbeitende und Freunde, dies zu tun. Geben Sie der Basler Stimmbevölkerung die Chance, einen Fehlentscheid des Parlaments zu korrigieren. So wie dies die Bevölkerung bei der Ruhegehaltsinitiative, dem Veloring oder dem Gegenvorschlag zur Strasseninitiative gemacht hat.

In einer Stadt braucht es Platz für alle Unternehmen. Für solche mit einer hohen und für solche mit einer tieferen Wertschöpfung. Der Mix macht eine Stadt lebenswert.

Beim Entscheid über die Zukunft des Industrie- und Gewerbeareals Lysbüchel geht es um eine Grundsatzfrage: Will man in Zukunft auch weiterhin das emissionsstärkere Gewerbe in Basel-Stadt haben oder will man es ins Umland verdrängen? Der Gewerbeverband Basel-Stadt, diverse Branchenverbände sowie die Parteien FDP und SVP sind klar der Meinung: Das Gewerbe gehört in die Stadt. Es sorgt für einen vielfältigen und lebendigen Stadtraum und ist elementar für die Serviceversorgung der Bevölkerung.
Es ist also im Interesse der gesamten Bevölkerung, dass Gewerbe- und Industriebetriebe nicht ins Umland vertrieben werden. Nur schon aus ökologischer Sicht. Verdrängung der Gewerbebetriebe heisst auch mehr Fahrten von ausserhalb zu der Kundschaft in der Stadt und mehr Pendlerverkehr.

In einer Stadt braucht es Platz für alle Unternehmen. Für solche mit einer hohen und für solche mit einer tieferen Wertschöpfung. Der Mix macht eine Stadt lebenswert. Geradezu zynisch mutet es an, wenn Mitglieder der politischen Linken die Haltung vertreten: «Wer sich den Standort Basel-Stadt nicht leisten kann, der soll doch aufs Land ziehen.»
Stellen Sie sich vor, wir würden diese Haltung auf die Wohnpolitik übertragen. «Wer sich keine Wohnung in der Stadt leisten kann, der soll doch aufs Land ziehen.» Es würde ein Aufschrei durch die politische Linke gehen wegen dieser asozialen Forderung; zu Recht. Gewähren wir den Unternehmerinnen und Unternehmern sowie deren Mitarbeitenden die gleichen Rechte wie dem Rest der Bevölkerung.

Wir fordern schon lange, dass im Sinne einer Gesamtstrategie jedes Wirtschaftsareal separat betrachtet werden muss.

Ein Nein zur Fehlplanung Lysbüchel ist keineswegs ein Präjudiz für andere Transformationsareale wie dies die Befürworter darzustellen versuchen. Wir fordern schon lange, dass im Sinne einer Gesamtstrategie jedes Wirtschaftsareal separat betrachtet werden muss. Gewisse Areale eignen sich für einen Schwerpunkt Wohnen (zum Beispiel Klybeck, Dreispitz Nord), andere für einen Schwerpunkt Arbeiten (Lysbüchel). Es braucht diese Gesamtschau. Dass Regierungsrat Hans-Peter Wessels behauptet, diese Gesamtschau liege mit dem revidierten Richtplan vor, ist ein Hohn. Von Gesamtstrategie ist dort nichts zu finden. Dafür steht dort, dass der Satz «Der Gefahr der Verdrängung von kleinen und mittleren Unternehmen wird durch Flächenmanagement entgegengewirkt» ersatzlos gestrichen werden soll. So geht es nicht!

Deshalb braucht das Gewerbe Ihre Unterstützung. Helfen Sie mit beim Referendum gegen die Fehlplanung Lysbüchel. Herzlichen Dank!»

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